FX Primus Test
FXPrimus im Test
Der Forex und CFD Broker FXPrimus wurde von Tradern aus dem Retail- und Institutional-Bereich gegründet. Er steht unter der Leitung eines US-amerikanischen CEO. Der Sitz des Unternehmens ist Mauritius, wo auch die Regulierung durch die nationale Aufsichtsbehörde FSC stattfindet. Außerhalb von Mauritius werden lediglich Zweigstellen für den Kundensupport betrieben. Eine davon befindet sich in der britischen Finanzmetropole London, die andere in Philadelphia (USA).
- Mindesteinzahlung: 250 Dollar
- Mindesteinzahlung ECN Account: 2.500 Dollar
- Spreads: Wahlweise variabel, fix, ECN – ab 0,0 Pips
- No Dealing Desk, keine Requotes
- Hebel bis 1:500
- 26 Währungspaare, ca. 20 CFDs
Der Führung von FXPrimus scheint die Skepsis vieler Anleger gegenüber einer „lockeren“ Regulierung bewusst gewesen zu sein. Deshalb hat das Unternehmen einen Trustee Service ins Leben gerufen, der für alle Kunden zugänglich ist. Gegen eine einmalige Gebühr in Höhe von 50 Dollar kann das Kundenkonto von einem international präsenten Treuhänderservice (Turnstone Group) verwaltet werden.
Dieser überwacht auch die ein- und ausgehenden Zahlungen bei FXPrimus. Die Kundengelder werden auf einem segregierten Konto bei der britischen Barclays Bank verwahrt. Die Barclays Bank ist eine internationale Großbank mit gutem Ruf und bietet über die gesetzliche Einlagensicherung des Vereinigten Königreichs (FSCS) Schutz für Kundengelder bis 85.000 Pfund pro Person.
Konditionen im Forex Trading
FXPrimus ermöglicht den Handel mit 26 Währungspaaren. Kunden können zwischen drei Konto-Modellen wählen. Bei zwei dieser Modelle handelt es sich um STP-Konten. Hier kann zwischen fixen und variablen Spreads gewählt werden. Diese Option bietet insbesondere Einsteigern Vorteile.
Während erfahrene Trader vorzugsweise zu variablen (und bei einem guten STP-Broker damit auch günstigeren) Spreads handeln, suchen Anfänger Sicherheit in fixen Geld-Brief-Spannen. Beide STP-Accounts können ab einer Mindesteinlage von 250 Dollar eröffnet werden. Die Kontoführung ist darüber hinaus auch in GBP und CHF möglich.
Das dritte Kontomodell ist ein ECN-Account. ECN Accounts bieten besonders enge Spreads, da die Interbanken-Konditionen direkt und ohne Aufschlag an den Kunden weitergereicht werden. im günstigsten Fall kann deshalb ganz ohne Spread gehandelt werden. Aus diesem Grund fallen beim ECN-Account anders als bei den beiden STP-Konten Gebühren für den Forex Handel an.
Pro Standard-Lot beläuft sich die Kommission auf 10 USD. Ab 250 Round-Turn-Trades im Monat ist ein Preisnachlass von 2 USD pro Standard-Lot möglich. Bei Mini- und Micro-Lots fällt die Kommission anteilig (ohne Mindermengenaufschlag) an. Die Mindesteinzahlung beim ECN Account fällt mit 2500 Dollar sehr viel niedriger aus als bei weiten Teilen der Konkurrenz. Für Trader mit hohen Ansprüchen, die mit vierstelligen Summen handeln möchten, ist das ein großer Vorteil.
Bei allen Konto-Modellen gibt es kein zwischengeschaltetes Dealing Desk. Unter normalen Marktbedingungen (gemessen an der Volatilität) verzichtet FXPrimus auch auf Requotes. Dadurch ist sichergestellt, dass zu den angezeigten Kursen auch tatsächlich gehandelt werden kann.
Der maximale Hebel fällt mit dem Faktor 500 größer aus als bei vielen anderen Forex Brokern. Eine derart große Hebelwirkung steht bei vielen Brokern seit einigen Monaten nicht mehr zur Verfügung, weil die Aufsichtsbehörden den Leverage Faktor begrenzt haben.
Anleger können den Finanzhebel individuell wählen. Dafür gibt es leider keine Funktion auf der Plattform. Die Änderung des Hebels ist nur mit einer Mail an den Support möglich. Die große mögliche Hebelwirkung bringt entsprechende Verlustrisiken mit sich. FXPrimus schützt alle Kunden durch einen Close-Out-Level bei 30 Prozent der erforderlichen Margin.
Die automatische Schließung von Positionen bei einem zu geringen Eigenkapital bietet dennoch keinen 100prozentigen Schutz vor Verlusten, die über das Kontoguthaben hinausgehen. Nachteilig erscheint in diesem Zusammenhang, dass FXPrimus auf die Möglichkeit garantierter Stops verzichtet. Für Anleger mit höherem Sicherheitsbedürfnis ist das ein Nachteil.
Plattform und Service
Der Handel wird über die Plattform Meta Trader 4 abgewickelt. MT-4 hat sich bei anderen Brokern bereits bewährt und gilt als sehr zuverlässige Basis-Technologie. MT-4 bei FXPrimus bietet neben Echtzeitkursen und Echtzeitnachrichten auch Charting-Applikationen und andere Analyse- und Informations-Funktionen.
Ein Kernstück von MT-4 sind Expert Advisors. Dabei handelt es sich um regelbasierte (quantitative) Handelssysteme, die den automatisierten Handel ermöglichen. EAs können über ein Handelskonto abgewickelt werden, so dass Positionen ohne Aktivität des Traders eröffnet und geschlossen werden können. Die Grundlage dafür ist das in Gestalt der EAs umgesetzte Handelssystem.
FXPrimus hat auf die große Popularität von EAs reagiert und bietet aktiven Kunden einen nützlichen Value Added Service an: Ab 15 Trades (Standardkontrakt) monatlich kann ein kostenloser EA-Hosting-Service genutzt werden. Dieser stellt durch einen Data Center Hosted Server sicher, dass die Expert Advisors auch tatsächlich rund um die Uhr ohne Unterbrechung funktionieren. FXPrimus bietet den kostenlosen Zugang in Kooperation mit forexalive.com an. Für Anleger, die standardmäßig EAs nutzen, bietet der Hosting-Service einen echten Mehrwert.
Die Homepage von FXPrimus ist ausschließlich in Englisch und Chinesisch verfügbar. Das gilt leider auch für den Kundenservice, der per Mail, Chat und Telefon erreichbar ist. Die Oberfläche der MT-4-Plattform lässt sich jedoch auch auf Deutsch darstellen.
CFDs bei FXPrimus
Zum Sortiment von FXPrimus zählen auch CFDs. Angeboten werden rund 20 Kontrakte auf verschiedene Basiswerte. Neben einigen wenigen Indizes zählen vor allem Rohstoffe und Edelmetalle zu den handelbaren Underlyings. Die CFDs werden aus Terminkontrakten abgeleitet und bei deren Fälligkeit in den Folgekontrakt gerollt. Damit sind speziell bei CFDs aus dem Commodity Sektor die üblichen Probleme verbunden: Rollkosten können zu erheblichen Verlusten führen, wenn die Terminpreiskurve stark ansteigt. Insgesamt erscheint das CFD-Sortiment zu klein.
Vorteile: FXPrimus überzeugt durch ein wettbewerbsfähiges Handelsmodell und die Wahlmöglichkeit zwischen Konten mit und ohne Kommission. Nur sehr wenige Broker bieten ECN-Konten ab 2.500 Dollar an. Auch der sehr große maximale Hebel ist ein Vorteil gegenüber vielen Konkurrenten. Überzeugend ist auch der optionale Trustee Service, der bei anderen Brokern erst ab sechsstelligen Kontovolumina angeboten wird. Die MT-4-Plattform erfüllt auch gehobene Ansprüche.
Nachteile: Ausbaufähig ist das Sortiment. 26 Währungspaare und lediglich 20 CFDs sind für viele Anleger zu wenig. Auch ein deutschsprachiger Kundenservice ist wünschenswert. Die Regulierung auf Mauritius hinterlässt trotz des Treuhänder-Angebots Fragen. Der Rabatt auf die Kommission beim Handel über den ECN-Account könnte auch bei einer geringen Trade-Anzahl greifen.



