Postbank Test
Postbank im Test
Die Postbank ist ein Global Player mit besonderem Fokus auf den inländischen Privatkundenmarkt. Das in Bonn ansässige Institut zählt mit einer Bilanzsumme von 227 Mrd. Euro, 21.000 Mitarbeitern weltweit und 14 Millionen Kunden im deutschen Retail-Segment zu den vier größten deutschen Privatbanken.
Rund 40 Prozent des Unternehmens sind noch immer im Besitz der Deutschen Post. Knapp 30 Prozent der Anteile besitzt die Deutsche Bank, die in naher Zukunft die Mehrheit an der Postbank übernehmen wird.
Postbank Konditionen
- Depotgebühr: 18,84 p.a. (frei ab Durchschnittsguthaben von 50.000 Euro)
- Inlandsorder über 50.000 Euro: 19,95 plus Fremdspesen
- Telefon-Order plus 3 Euro, Filial-Order plus 13 Euro
- Limitstreichung: 2,50 Euro
Das Sortiment der Postbank entspricht dem einer global aufgestellten Großbank. Privatkunden bietet sie neben Produkten des Zahlungsverkehrs und des Einlagengeschäfts auch Verbraucher- und Immobilienkredite, Bauspar- und Vorsorgelösungen sowie Versicherungen und Leistungen rund um das private Vermögensmanagement.
Günstige Konditionen für große Orders
Depotkunden können bei der Postbank Fonds, Aktien, ETFs, Anleihen, Zertifikate und Optionsscheine handeln. Der Zugang zum Konto erfolgt parallel per Internet, Telefon oder über eine der bundesweit vertretenen Filialen bzw. Finanzcenter der Postbank.
Um mit Wertpapieren handel zu können, müssen ein Depot und ein zugehöriges Verrechnungskonto eröffnet werden. Die Depotführung kostet 2,46 Euro pro Quartal. Die Führung des Verrechnungskontos kostet 2,25 Euro pro Quartal. In der Summe fallen pro Jahr also 18,84 Euro an. Das Entgelt entfällt ab einem durchschnittlichen Depotguthaben in Höhe von 50.000 Euro. Guthaben über 5.000 Euro auf dem Verrechnungskonto werden mit 0,5 Prozent p.a. verzinst.
Die Gebühren für den Handel mit Wertpapieren richten sich nach dem Transaktionsvolumen. Abweichend von der Preisstruktur bei den meisten Konkurrenten sind die Kosten bei der Postbank gestaffelt. Bei inländischen Orders bis 1200 Euro fällt eine Gebühr von 7,95 Euro an. Bis 2600 Euro Ordervolumen beträgt das Entgelt 9,95 und bis 5200 Euro 14,95 Euro. Bei Orders mit einem Volumen über 5200 Euro fallen pauschal 19,95 Euro an.
- Gebührenstaffel Inlandsorder:
- Bis 1.200 Euro: 7,95 Euro
- Bis 2.600 Euro:9,95
- Bis 5.200 Euro: 14,95 Euro
- Über 5.200 Euro: 19,95 Euro
Beim Handel an ausländischen Börsenplätzen gilt dieselbe Staffelung, allerdings mit höheren Preisen. Bis 1200 Euro Ordervolumen fallen 33 und bis 2600 Euro 36 Euro an. Bis 5.200 Euro verlangt die Postbank 39 und ab 5200 Euro 45 Euro.
Die Konditionen sind sehr günstig, wenn große Orders gehandelt werden, da auf eine volumenabhängige Provision verzichtet wird. Eine Inlandsorder über 50.000 Euro kostet 19,95 Euro – bei den meisten anderen Online Brokern fallen 40 bis 60 Euro an. Wird ein Auftrag nicht über das Internet erteilt, müssen Anleger extra zahlen: Bei telefonischen Aufträgen beläuft sich die Zusatzgebühr auf 3 Euro, bei Aufträgen über die Filiale auf 13 Euro.
Wird eine limitierte Order nicht ausgeführt, fallen dafür 2,50 an inländischen und 4,50 an ausländischen Börsenplätzen an. Dieselben Kosten gelten für Orderänderungen- und Streichungen.
Große Auswahl an Fonds ohne Agio
Beim Handel mit klassischen Investmentfonds fallen keine Gebühren an. Anleger müssen lediglich den Ausgabeaufschlag entrichten. Das Fondsangebot der Postbank ist sehr gut: Es stehen rund 6.000 Fonds aller wichtigen Gesellschaften zur Zeichnung zur Verfügung.
- 6.000 Fonds handelbar
- Fonds aus allen Kategorien mit 100 Rabatt auf AA
Einen Dauerrabatt auf den Ausgabeaufschlag für das gesamte Sortiment gibt es bei der Postbank nicht. Im Rahmen der dauerhaft bestehenden Aktion „Top-Fonds ohne Ausgabeaufschlag“ wird allerdings ein sehr gutes Angebot unterbreitet. Anleger finden stets Fonds aus jeder Kategorie mit guter Bewertung, die ohne Agio gezeichnet werden können.
Den Handel mit CFDs bietet die Postbank selbst nicht an. In Kooperation mit dem britischen Handelshaus City Index wird allerdings die Eröffnung eines CFD-Kontos ermöglicht. Vorzugskonditionen für Kunden der Postbank gibt es allerdings nicht.
Anleger erhalten bei der Postbank ein gutes Angebot an Informations- und Researchmaterial rund um die Entwicklung aller relevanten Märkte. Neben einem Börsenkalender steht auch eine Analysen-Suche zur Verfügung, über die Kommentare und Einschätzungen von Bankanalysten (nicht nur aus dem Hause der Postbank) gesucht werden können. Auch ein Marktüberblick und ein Nachrichtenservice stehen auf der Postbank-Homepage zur Nutzung durch alle Interessenten bereit.
Auch ein Tool zur Chartanalyse steht auf der Homepage bereit. Es kann von allen Interessenten unabhängig von einem Depot eröffnet werden. Der Leistungsumfang des „eChartanalyzers“ beschränkt sich auf das Wesentliche, reicht für einfache Ansprüche aber aus. Fortgeschrittene Anhänger der technischen Analyse kommen allerdings nicht auf ihre Kosten.
Anlegertypbestimmung und Sentiment-Indices
Die Postbank bietet einige Services und Zusatzleistungen, die bei weiten Teilen der Konkurrenz vergebens gesucht werden. Dazu zählt z.B. ein Test zur Bestimmung des eigenen Anlegertyps. Bei dem Test werden einige Fragen gestellt, wie etwa zu den Zielen bei der Geldanlage, zur persönlichen Finanzplanung und zur Erfahrung mit verschiedenen Assetklassen. Als Resultat erhalten Anleger dann eine Typbestimmung, die auch bei der Einstufung in die verschiedenen Risikoklassen genutzt werden kann.
Zusammen mit Animus-X-Investors bietet die Postbank zudem die Teilnahme an dem gleichnamigen Sentiment-Index-Verfahren an. Anleger werden dabei wöchentlich zu ihrer Einschätzung im Hinblick auf die Marktentwicklung befragt. Teilnehmer an der Umfrage erhalten die wöchentlichen Sentiment-Analysen kostenlos.
Fazit: Die Postbank eignet sich für Anleger mit einem Depotvolumen ab ca. 50.000 bis 60.000 Euro, die Trades in einem Volumen von durchschnittlich mindestens 8.000 Euro durchführen und dabei schwerpunktmäßig an inländischen Börsenplätzen aktiv sind. Dann ist die Postbank sowohl für Gelegenheits- als auch für Vieltrader eine gute Adresse. Die Anforderungen an die Funktionalitäten der Handelsplattform im Hinblick auf Charting-Tools etc. sollten allerdings nicht zu hoch bzw. durch eine externe Zusatzlösung abgedeckt sein. Da neben Leistungen rund um die Börse auch alle anderen Bankprodukte angeboten werden, eignet sich die Postbank zudem als Hausbank.



