Comdirect Test
Comdirect im Test
Die Comdirect Bank mit Sitz in Quickborn zählt zu den ältesten Online Brokern auf dem deutschen Markt. Sie wurde 1994 als Comdirect Bank GmbH gegründet. Das Institut ist heute zu 80 Prozent im Besitz der Muttergesellschaft Commerzbank. Mit 1,4 Mio. Privatkunden, 1150 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von 9,8 Mrd. Euro zählt sie zu den größten Direktbanken in Deutschland.
Comdirect Konditionen
- Depotführung kostenlos ab 2 Trades pro Quartal, sonst 1,95 Euro mtl.
- 10.000 Fonds mit bis zu 100 Rabatt auf den AA
- Inlandsorders: 4,95 plus 0,25%, min. 9,90 max. 59,90 Euro
- Telefonorder plus 4,90 Euro
- Auf Wunsch Honorarberatung möglich
- Limitgebühr 2,50 Euro
Die Aktien der Comdirect Bank sind seit Juni 2000 an der Börse handelbar. Durch die Zugehörigkeit zur Commerzbank ist sie auch Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken. Sie bietet als Vollbank ein umfangreiches Sortiment, das weit über Brokerage und Kapitalanlagelösungen hinausgeht.
Von Anlageberatung bis Zertifikat ist alles dabei
Zum Angebot der Comdirect gehört der Handel an 50 Börsenplätzen aus der ganzen Welt sowie Möglichkeiten zum außerbörslichen Handel. Neben Aktien können auch Fonds, Zertifikate, Anleihen und Optionsscheine gehandelt werden. Auch der Zugang zum Handel an der Eurex ist möglich.
Darüber hinaus bietet die Comdirect Zahlungsverkehrsprodukte, Verbraucher- und Immobilienfinanzierungen sowie Tages- und Festgeldanlagen an. Ein besonderes Merkmal des Comdirect-Sortiments ist das Angebot zur Honorarberatung: Gegen ein pauschales oder volumenabhängiges Entgelt können sich Kunden unabhängig und neutral beraten lassen. Sämtliche Vertriebsprovisionen werden dabei dem Kunden erstattet.
Das Wertpapierdepot bei der Comdirect Bank ist nur in den ersten beiden Kalenderquartalen nach der Eröffnung ohne weitere Bedingungen kostenlos. Danach beläuft sich die reguläre Depotführungsgebühr auf 1,95 Euro pro Monat. Sie fällt weg, wenn pro Quartal mindestens zwei Trades durchgeführt werden, in einen Wertpapiersparplan eingezahlt wird oder das kostenlose Girokonto der Comdirect genutzt wird.
10.000 Fonds und oft 100 Rabatt auf den Ausgabeaufschlag
Die Comdirect bietet ihren Kunden die Zeichnung von mehr als 10.000 Investmentfonds an. Der reguläre Ausgabeaufschlag der Kapitalanlagegesellschaft ist dabei um bis zu 100 Prozent reduziert. Für den privaten Vermögensaufbau werden zudem verschiedene Sparplan-Arten angeboten. In klassische Investmentfonds kann ab einer Sparrate von nur 25 Euro regelmäßig investiert werden. Die Mindestsparrate fällt damit deutlich niedriger aus als bei vielen Konkurrenten. Für Sparpläne stehen 300 Fonds zur Auswahl, bei denen der Ausgabeaufschlag ebenfalls um bis zu 100 Prozent reduziert wird.
- 300 sparplanfähige Fonds
- Fondssparpläne ab 25 Euro monatlich
- 80 sparplanfähige ETFs (2,50 Euro je Ausführung plus 0,04 %)
Positiv hervorzuheben ist das Angebot an ETF-Sparplänen: 80 börsengehandelte Indexfonds stehen für regelmäßige Einzahlungen zur Auswahl. Anders als bei klassischen Investmentfonds fällt beim Sparen in ETFs allerdings eine Gebühr an: Pro Ausführung werden 2,50 Euro plus 0,4 Prozent des Auftragswertes berechnet. Diese Zusatzgebühr bei ETF-Sparplänen ist marktüblich und wird von jedem Online Broker in etwa dieser Größenordnung verlangt.
Die Vorteile für Viel-Trader könnten größer sein
Beim Handel mit Aktien über das Frankfurter Parkett oder das elektronische Handelssystem Xetra fällt eine Grundgebührt in Höhe von 4,90 Euro an. Dazu kommt wie bei den meisten Konkurrenten üblich eine volumenabhängige Provision, die mit 0,25 Prozent des Orderwertes im Marktdurchschnitt liegt.
Die Mindestgebühr beträgt 9,90 und maximal werden pro Inlandsorder 59,90 Euro fällig. Für Aufträge per Telefon wird ein Zuschlag in Höhe von 4,90 Euro und für Aufträge per Brief ein Zuschlag von 9,90 Euro erhoben. Der Telefonzuschlag ist damit deutlich niedriger als bei vielen Konkurrenten. Zu den Gebühren und Provisionen kommen bei jeder Order Fremdspesen, wie z.B. Xetra-Kosten oder Maklercourtage.
Bei Auslandsorders beläuft sich das Grundentgelt auf 7,90 Euro. Die Provision beträgt 0,25 Prozent des Auftragsvolumens. Mindestens werden bei Auslandsorders 12,90 Euro und maximal 62,90 Euro fällig. Ein Manko ist der Zuschlag für den Handel an US-Börsen: Hier müssen pro Transaktion 15 Euro zusätzlich entrichtet werden.
- Auslandsorder: 7,90 Euro plus 0,25 %, min.12,90/max. 62,90 Euro
- 15 Prozent Rabatt auf alle Gebühren ab 125 Trades im Kalenderhalbjahr
- Keine Limitgebühr für Vieltrader
Besonders aktive Trader werden auch bei der Comdirect mit Vorzugskonditionen belohnt. Der Preisnachlass fällt allerdings recht bescheiden aus. Die Einstufung als Vieltrader erfolgt, wenn im jeweils vorangegangenen Halbjahr mindestens 125 Trades durchgeführt wurden. Dann gewährt die Comdirect für ein halbes Jahr 15 Prozent Rabatt auf alle Gebühren. Zudem entfällt die sonst übliche Gebühr für die Vormerkung eines Limits bzw. eine Orderänderung (2,50 Euro).
Honorarberatung auch für Normalanleger
Das Angebot zur Honorarberatung der Comdirect hebt sich deutlich vom Großteil der Konkurrenz ab. Anleger können einen Beratungsvertrag abschließen und im Gespräch mit einem unabhängigen Experten eine individuelle Anlagestrategie entwickeln (lassen), die optimal auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten ist.
- Honorarberatung ab 24,90 Euro mtl.
- Provisionen werden ausbezahlt
- Wertpapierkredit ab 3.000 Euro Depotvolumen für 6,66 Prozent p.a.
Zudem wird die individuelle Risikoneigung berücksichtigt. Anders als bei der vertriebsgesteuerten Beratung ist durch die Ausschüttung sämtlicher Provisionen an den Anleger die Unabhängigkeit und Neutralität der Beratung gewährleistet. Die Kosten sind überschaubar: Monatlich werden für den Beratungsvertrag 0,05 Prozent des durchschnittlichen Anlagevolumens fällig, mindestens jedoch 24,90 Euro.
Die Kosten für Wertpapiertransaktionen sind beim Beratungsdepot identisch mit denen des gewöhnlichen Depots. Ausgabeaufschläge bei Fonds fallen nicht an und die Bestandsvergütungen, die die Comdirect von Kapitalanlagegesellschaften erhält, werden dem Depot regelmäßig gutgeschrieben.
Wertpapierkredit: Keine Schufa, niedrige Zinsen und viel Flexibilität
Ein besonders attraktives Angebot der Comdirect ist der Wertpapierkredit. Depotbesitzer können Aktien, Fonds und Anleihen bereits ab einem Depotvolumen von 3.000 Euro beleihen und mit dem Kredit wahlweise Wertpapiere oder beliebige andere Konsumanschaffungen tätigen. Die Einrichtung des Kreditrahmens geht sehr schnell und erfordert keine Schufa-Abfrage.
Zinsen fallen nur auf tatsächlich in Anspruch genommene Beträge an. Der Zinssatz ist mit 6,66 Prozent p.a. effektiv zudem sehr günstig. Bei der Rückzahlung besteht viel Flexibilität: Feste Raten sind nicht vorgesehen. Die anfallenden Zinsen werden dem Kreditkonto monatlich belastet.
Fazit: Die Comdirect ist ein sehr guter Broker für Anleger, die langfristig orientiert sind und mit Fonds und Aktien ein Vermögen aufbauen bzw. eines managen möchten. Die Angebote zur Honorarberatung und zum Effektenkredit erweitern das Sortiment in dieser Hinsicht um nützliche Zusatzprodukte. Weniger gut geeignet ist der Handel bei der Comdirect für Vieltrader und Anleger, die regelmäßig an US-Börsen handeln. Die Extra-Gebühr für den US-Handel und der geringe Rabatt für Vieltrader überzeugen in diesem Punkt nicht vollkommen.



