Trading-Wissen: Die Korrelation im aktiven Handel
Diversifikation dient dazu, Klumpenrisiken im Depot zu vermeiden. Sie dient unter anderem dazu, unsystematische Risiken zu reduzieren. Unsystematische Risiken bestehen bei Investments in Aktien z.B. darin, dass sich ein Unternehmen deutlich schlechter entwickelt als der Gesamtmarkt, weil das Management schlecht ist oder die Branche unter bestimmten Entwicklungen leidet.
Ein gut aufgestelltes Portfolio berücksichtigt zudem den Zusammenhang in der Wertentwicklung verschiedener Vermögenswerte. Ein (extremes) Beispiel für eine wenig gelungene Diversifikation wäre z.B. ein Portfolio, das ausschließlich aus einem DAX-ETF und Siemens-Aktien besteht. Der Grund liegt im starken Gleichlauf dieser Werte.
Der Zusammenhang in der Kursentwicklung zweier Märkte kann anhand des Korrelationskoeffizienten gemessen werden. Diese Maßzahl kann Werte von -1 bis +1 annehmen. Ein Wert von +1 ist gleichbedeutend mit einem vollständigen, richtungsmäßigen Gleichlauf. Ein Wert von -1 sagt genau das Gegenteil aus.
Der Korrelationskoeffizient kann Hinweise darauf geben, ob ein bestimmter Wert zum Portfolio passt oder ob er durch andere Werte bereits hinreichend abgebildet wird.
Sind die Vermögenswerte im Portfolio untereinander durchweg hoch korreliert, tragen Anleger das volle Marktrisiko. Bei einer weniger stark ausgeprägten Korrelation ist das Risiko eines Kursrückschlags, der alle Werte im Portfolio gleichermaßen erfasst, geringer.
Nicht nur für langfristig orientierte Anleger, sondern auch für Trader kann der Korrelationskoeffizient eine Hilfe sein. Oft besteht über bestimmte Zeiträume hinweg ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Entwicklung von Wechselkursen und anderen Werten, wie z.B. Rohstoffen oder Edelmetallen. Stehen z. B. der Goldmarkt und der EUR/USD zeitweise in einem starken Zusammenhang, sollte dies für kurzfristig angelegte Trades bei der Positionsgrößenbestimmung berücksichtigt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass plötzlich zwei Positionen gleichzeitig Verluste produzieren.
Eine sichere Vorhersage über den Zusammenhang bei der Wertentwicklung kann auch der Korrelationskoeffizient nicht treffen. Er beruht ausschließlich auf vergangenheitsbezogenen Daten und variiert darüber hinaus oft deutlich mit dem Zeitraum, der betrachtet wird. Der Koeffizient bietet aber eine Orientierungshilfe. Die manuelle Berechnung setzt zwar keine Kenntnisse der höheren Mathematik voraus, lässt sich am komfortabelsten und zuverlässigsten aber mit entsprechenden Anwendungen bewerkstelligen. Eine besondere Software muss dazu nicht angeschafft werden – im Internet finden sich genügend kostenfreie Angebote, die für die meisten Privatanleger ausreichen.



